Du weißt, dass du Nein sagen willst. Du sagst wieder Ja.
Du findest falsch, was in deiner Firma passiert. Im Meeting schweigst du.
Jemand behandelt dich auf eine Weise, die für dich nicht passt. Du lachst darüber.
Du hast jemanden verletzt. Seit drei Wochen erklärst du dir, warum du eigentlich nichts dafür kannst.
Einmal? Menschlich. Wir sind widersprüchlich. Wir machen Fehler. Wir gehen Kompromisse ein.
Wenn du dich immer wieder übergehst, kann etwas anderes passieren. Du traust dir selbst weniger. Dein Nein wird leiser. Du wirst zynisch. Oder du schämst dich jedes Mal ein bisschen mehr.
Für schwere Formen davon gibt es Begriffe wie moral distress und moral injury. Mich interessiert daran vor allem eine einfache Frage:
Kann ich mir selbst noch vertrauen, dass ich auftauche, wenn mir etwas wirklich wichtig ist?
Manchmal ist das Gespräch, das du vermeidest, genau der Ort, an dem du wieder auf deiner eigenen Seite auftauchst.