BernhardReingruber

Bevor wir miteinander arbeiten

Ein Beipackzettel
für die Zusammenarbeit mit mir.

Du lässt jemanden an Dinge heran, die dir nahegehen. Da solltest du wissen, wie dieser Mensch arbeitet. Auch, wo es schwierig werden kann.

Ich bin psychosozialer Berater im Rahmen der Lebens- und Sozialberatung. Diese Seite bezieht sich auf meine Beratung und mein Coaching. Ich biete derzeit keine Psychotherapie an.

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Mögliche Wirkungen

Mehr mitbekommen.
Anders reagieren können.

Vielleicht merkst du früher, dass du über deine Grenze gehst. Findest Worte für einen Wunsch. Oder schaffst es, Ärger auszusprechen, bevor er sich in Rückzug oder Vorwürfen entlädt.

Wir können üben, Stress und Anspannung wahrzunehmen, Gefühle genauer zu benennen und herauszufinden, was dir hilft, wieder handlungsfähig zu werden. Dazu kann auch gehören, einen Fehler einzugestehen, ohne dich dafür als ganzen Menschen abzuwerten.

Selbstakzeptanz kann heißen: "So ist es gerade bei mir." Von dort aus lässt sich genauer schauen, was du verändern möchtest. Ein Gespräch kann eine Entscheidung klären, ein festgefahrenes Muster verständlicher machen oder einen nächsten Schritt ermöglichen. Ein bestimmtes Ergebnis kann ich dir nicht versprechen.

"Ich habe auch mehr Kapazität Ärger zuzulassen und ihn auszudrücken auf eine Art und Weise, die ein konstruktives Gespräch ermöglicht."

Carina Rogl Auszug aus einer Rückmeldung zu meiner bisherigen Arbeit

Echtzeit

Unsere Beziehung ist selbst ein Ort, an dem wir hinschauen.

Du erzählst von Anpassung und merkst plötzlich, dass du auch mir zustimmst, obwohl du etwas anders siehst. Du sprichst über Nähe und wirst vorsichtiger, als ich nachfrage. Was dich in anderen Beziehungen beschäftigt, kann auch zwischen uns auftauchen.

Dann haben wir etwas Konkretes vor uns: wie du gerade reagierst, was du zurückhältst und was meine Antwort bei dir auslöst. Wir können diesen Moment gemeinsam anschauen und du kannst ausprobieren, wie es ist, etwas anders zu machen. Dafür musst du keine passende Erklärung mitbringen.

Wenn mir bei dir etwas auffällt

"Du sagst, es passt. Ich frage mich gerade, ob du eigentlich ärgerlich bist. Auch auf mich?"

Vielleicht trifft das etwas. Vielleicht liege ich daneben. Meine Wahrnehmung ist eine Vermutung. Du darfst sie korrigieren, zurückweisen oder sagen, dass dir die Frage zu direkt ist.

Wenn ich bei mir etwas bemerke

"Ich merke, dass ich gerade vorsichtiger werde. Wie erlebst du unser Gespräch?"

Manchmal sage ich auch, dass mich etwas traurig macht oder berührt, oder dass ich Mitgefühl spüre. Mich interessiert dann, wie das bei dir ankommt. Du musst mich weder beruhigen noch dich um meine Gefühle kümmern.

Ich spreche eigene Reaktionen an, wenn sie für dein Anliegen hilfreich sein können. Deine Bedürfnisse bleiben der Bezugspunkt. Mehr dazu: Wie ich arbeite.

Scham & Selbstakzeptanz

"Wenn du das von mir wüsstest …"

Scham kann dir einreden, dass ein Gefühl falsch ist, ein Bedürfnis zu viel oder ein Teil von dir besser unsichtbar bleibt. Dann passt du dich an, lächelst oder findest eine gute Erklärung, während du etwas anderes spürst.

Etwas davon zu zeigen und dabei respektvoll aufgenommen zu werden, kann eine neue Erfahrung ermöglichen. Vielleicht erwartest du Ablehnung und erlebst, dass der Kontakt bestehen bleibt. Gerade diese Antwort des Gegenübers kann etwas verändern.

Dafür braucht es weder eine große Offenbarung noch möglichst viel Mut auf einmal. "Ich schäme mich gerade und möchte noch nicht mehr sagen" reicht als Anfang. Du entscheidest, was du zeigen möchtest.

Gründe, warum du vielleicht nicht mit mir arbeiten möchtest

Du darfst skeptisch sein.

Diese Sätze kenne ich. Manche auch von mir selbst.

"Sag mir doch einfach, was ich machen soll."

Ich verstehe den Wunsch. Ich kann dir Orientierung und eine Einschätzung anbieten. Bei persönlichen Entscheidungen möchte ich mit dir herausfinden, was für dich stimmt. Wenn du jemanden suchst, der dir die Entscheidung abnimmt, passen unsere Erwartungen vermutlich nicht zusammen.

"Ich weiß eh schon, warum ich das mache."

Dann interessiert mich, was passiert, während du es wieder machst. Du kannst dein Muster sehr gut verstehen und im entscheidenden Moment trotzdem darin landen. Vielleicht kommen wir weiter, wenn wir dort genauer hinschauen.

"Das mit den Gefühlen ist mir zu viel."

Das darfst du sagen. Wir müssen nichts erzwingen. Wir können zuerst klären, was dir daran zu viel ist und welcher Zugang für dich passt. Gefühle und körperliches Erleben gehören zu meiner Arbeitsweise. Wenn du das grundsätzlich ausklammern möchtest, kann eine andere Begleitung besser passen.

"Ich will, dass es schnell besser wird."

Verstehe ich. Manchmal bringt ein Gespräch rasch Klarheit. Manchmal braucht Veränderung mehr Zeit. Tempo ist für mich eine gemeinsame Frage. Ich kann dir keine Abkürzung versprechen. Wir prüfen gemeinsam, ob weitere Gespräche für dein Anliegen sinnvoll sind.

"Ich möchte nicht alles sagen müssen."

Das musst du auch nicht. Ehrlichkeit kann schon heißen, zu sagen, dass du etwas zurückhältst. Du behältst die Entscheidung darüber, was du erzählen möchtest. Auch ein "Darüber will ich nicht sprechen" gilt.

Was du mir sagen darfst

Auch das, was du mir lieber nicht sagen würdest.

"Das ärgert mich gerade."

"Ich glaube, du verstehst mich nicht."

"Ich habe vorhin Ja gesagt. Eigentlich passt es für mich nicht."

"Ich merke, dass ich dir gefallen will."

Solche Rückmeldungen können uns helfen, genauer zu verstehen, was zwischen uns passiert und was du brauchst. Du musst sie weder diplomatisch formulieren noch sofort aussprechen. Du kannst beim nächsten Gespräch darauf zurückkommen.

Ich frage auch von mir aus, wie du unsere Zusammenarbeit erlebst. Du bist nicht dafür verantwortlich, jeden Fehler von mir zu bemerken oder mir beizubringen, wie ich dich gut begleiten kann.

Ein Nein gilt auch ohne Erklärung. Wir müssen es nicht erst gemeinsam untersuchen, damit ich es respektiere.

"Ich habe gelernt, darüber zu sprechen was gerade bei mir los ist und was in mir passiert."

Elisabeth Auszug aus einer Rückmeldung zu meiner bisherigen Arbeit

Meine Verantwortung

Ich bringe mich mit.
Auch meine blinden Flecken.

Ich bin Recovering Nice Guy, People Pleaser und Overachiever. Ich kenne den Wunsch, alles richtig zu machen, keine Fehler zu zeigen und mit einer klugen Erklärung wieder Boden unter den Füßen zu bekommen.

Das kann auch in meiner Arbeit auftauchen: Ich will zu schnell etwas verstehen, zu viel helfen oder einen Gedanken zu entschieden formulieren. Meine Geschichte macht mich aufmerksam für manche Erfahrungen. Sie kann mich bei anderen auch voreingenommen machen.

Wenn ich dich falsch verstehe oder eine Frage zu früh stelle, gehört es zu meiner Aufgabe, das zu erkennen, einen Fehler einzugestehen und mein Vorgehen anzupassen. "Ich bin zu schnell geworden" muss auch aus meinem Mund kommen können.

Dazu gehört, meinen eigenen Stress und meine Emotionen zu regulieren. Meine Reaktion ist keine Aussage darüber, wie du sein solltest. Und meine Direktheit ist keine Entschuldigung dafür, dich zu beschämen.

Mögliche Belastungen & Nebenwirkungen

Es kann mühsamer werden.
Das verdient Aufmerksamkeit.

Wenn du genauer hinschaust, können Traurigkeit, Ärger oder Unsicherheit deutlicher werden. Vielleicht beschäftigt dich ein Gespräch länger als erwartet. Wenn du im Alltag anders reagierst oder Grenzen setzt, können Spannungen mit anderen entstehen. Auch eine wichtige Entscheidung kann zunächst mehr Fragen aufwerfen.

Ebenso kann ich dich verunsichern, etwas missverstehen oder mit meinem Vorgehen nicht zu dir passen. Vielleicht bleibt der erhoffte Nutzen aus. Wir sollten auch das besprechen können.

Dass es dir schlechter geht, beweist nicht, dass unsere Arbeit hilft. Du musst keine Verschlechterung aushalten, um dich auf einen Prozess einzulassen.

Wenn dich unsere Gespräche überfordern oder du dich anhaltend schlechter fühlst, nehme ich das ernst. Wir schauen, was sich verändert hat und welchen Anteil unsere Zusammenarbeit haben könnte. Wir können das Tempo oder den Fokus ändern, pausieren, die Beratung beenden oder zusätzliche Unterstützung klären.

Druck, Beschämung und übergangene Grenzen sind keine Nebenwirkungen, die du akzeptieren musst.

Rahmen & Grenzen

Die Zusammenarbeit darf auch enden.

Wir klären zu Beginn dein Anliegen, unser Vorgehen, den zeitlichen Rahmen und die Kosten. Du kannst nachfragen, eine Anregung ablehnen oder sagen, dass du nicht weitermachen möchtest. Bereits vereinbarte Termine und deren Absagebedingungen besprechen wir gesondert.

Meine Beratung ersetzt keine medizinische, klinisch-psychologische oder psychotherapeutische Abklärung und Behandlung. Wenn eine andere Unterstützung erforderlich ist oder besser zu deinem Anliegen passt, spreche ich das an und unterstütze dich bei der Orientierung.

Du kannst dir jederzeit unabhängig eine weitere fachliche Einschätzung holen. Dafür musst du zuerst kein schwieriges Gespräch mit mir führen. Ich möchte, dass du eine passende Begleitung findest.

Diese Fragen sind bei jeder professionellen Begleitung relevant. Dieser Beipackzettel macht meine Haltung und Arbeitsweise greifbar. Er ergänzt unser Gespräch.

Noch eine Frage? Ein Zweifel?

Zu Risiken und Nebenwirkungen: Frag mich.

Du musst dich vorher nicht entscheiden, ob du mit mir arbeiten möchtest.

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